Pravda-Zeitung Nr. 124 (8770)
5. Mai 1940
Arbeiter der Welt, vereinigt euch!
Organ des Zentralkomitees und des Moskauer Komitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki)
Nr. 124 (8770)
Sonntag, 5. Mai 1940
Preis 10 Kopeken
Heute in der Ausgabe:
T. Antipow - Die mächtige Waffe des Bolschewismus
Die Presse in der UdSSR
D. Osipov - Die Rolle des Schriftstellers
B. Schirow - Notizen eines jungen Redakteurs
M. Nikitin - Soldaten der Roten Armee als Korrespondenten
G. Ryazhkin - Im Wald
Dm. Goldmain - Fabriken der Lüge
T. Kholodnaya - Neues im Pavillon der "Mechanisierung"
L. Kornev - "KIM-10" - Sowjetische Kleinwagen
K. Zheleznyakov - Was die baltische Ölproduktion behindert
N. Worobjow - Freundschaft
Zusammenfassung über die Frühjahrsaussaat zum 30. April 1940
A. Raskin, M. Swobodskoj - Der Tod eines Tigers
V. Krutskoj - Über den Beruf der Redakteure des "Daily Worker".
Militärische Operationen in Norwegen
Reaktionen auf Chamberlains Rede
Erklärung des schwedischen Premierministers
Das US-Handelsministerium über sowjetische Kupferkäufe
Diskussion im bulgarischen Parlament über das sowjetisch-bulgarische Luftabkommen
Militärische Aktionen in China
Tag der bolschewistischen Presse
Heute ist der Tag der bolschewistischen Presse. Das riesige sozialistische Land begeht diesen Tag, um die Bedeutung der Presse zu würdigen, die tief in der Gesellschaft verwurzelt ist.
Unsere bolschewistische Presse, die direkt im Volk entstanden ist und von den großen Revolutionären Lenin und Stalin gefördert wurde, verkörpert die mächtige Kraft der sozialistischen Gesellschaft. Sie spiegelt das Heldentum und die Arbeitsleistung der Völker der UdSSR, die ganze Macht und Kraft des sozialistischen Staates wider.
Die bürgerliche Presse, deren Käuflichkeit und Falschheit durch Millionen von Fakten entlarvt wurde, ist mit unserer Zeitung nicht vergleichbar. In ihr ist kein Platz für Erfindungen und Verleumdungen.
Die bolschewistische Presse ist die wichtigste Waffe der Partei. Sie erzieht die Massen, rüstet sie mit Wissen aus, erhebt ihr Bewusstsein und ihre Aktivität.
Die Sowjetpresse ist ein Organ der Wahrheit. Ihre Autorität wächst in der ganzen Welt, sie genießt das Vertrauen und die Achtung der gesamten fortschrittlichen Menschheit.
Während der ersten russischen Revolution schrieb Lenin: "Eine Zeitung ist nicht nur ein kollektiver Propagandist und ein kollektiver Agitator, sondern auch ein kollektiver Organisator."
Mit dieser leninistischen Definition beginnt die Geschichte der bolschewistischen Presse. Und in unseren Tagen wird sie dieser großen leninistischen Definition voll gerecht.
Die Zeitung lebt ein Leben mit dem Volk, spiegelt seine Freuden und Sorgen wider, drückt seine Interessen und Bestrebungen aus.
Die Partei von Lenin und Stalin sorgt sich um das weitere Wachstum und die Stärkung der bolschewistischen Presse. Der 18. Parteitag der VKP(b) stellte die herausragende Rolle der Presse fest und wies auf die Notwendigkeit ihrer weiteren Entwicklung hin.
Die Sowjetpresse ist unter der Führung der Partei eng mit den Massen verbunden. Sie taucht tief in ihr Leben ein, hört aufmerksam auf ihre Stimme. Ihre Materialien sind von Parteilichkeit, Wahrhaftigkeit und leidenschaftlicher Überzeugung geprägt.
Die bolschewistische Presse ist eine mächtige Waffe der sozialistischen Gesellschaft und hilft der Partei und der Regierung, das sowjetische Volk zu neuen Siegen und Errungenschaften zu führen.
(Bildunterschrift unter der Illustration)
V. I. Lenin, J. W. Stalin und W. M. Molotow in der Redaktion der Prawda (Juli 1917).
Im Wald
Von G. Ryazhkin
Im Winter flogen die Vögel weg. Und nun sind sie in den Birkenhain zurückgekehrt und veranstalten wieder Vogelkonzerte. Das Walddickicht hat sich mit fröhlichem Gezwitscher gefüllt. In diesen Tagen führen Soldaten der Roten Armee taktische Übungen durch. Im Hain sind andere Stimmen zu hören: Befehle, Schüsse.
Auf einem Waldweg, der mit dem Laub des letzten Jahres bedeckt ist, bewegt sich eine Gewehreinheit. Voran geht der Kommandeur mit dem Fernglas.
Der Weg ist schwierig. Die Soldaten müssen Blockaden, Sümpfe und Gehölze überwinden. Doch dann taucht vor ihnen eine große Lichtung auf.
"Ruhepause", befiehlt der Kommandant.
Der Marsch ist zu Ende. Eine kurze Rast beginnt. Die Soldaten sitzen in Gruppen zusammen, fröhliche Gespräche beginnen.
Bald füllt sich der Wald mit einem lauten Chor: Sie singen Lieder - alte, Schlachtlieder und neue, geliebte Lieder.
Alle lachen. Auch Markov, der Spaßvogel der Kompanie, lacht mit.
"Komm schon, erzähl uns etwas", necken ihn seine Kameraden.
Markov beginnt. Die Soldaten hören zu, lachen, unterbrechen ihn mit Witzen.
Dann dreht sich das Gespräch darum, wie schwierig die Ausbildung ist, aber niemand scheut die Mühe.
"Stimmt", sagt Markov. "Und es wäre langweilig, wenn nur der Kommandant uns unterrichten würde und wir schweigend zuhören würden. Es wäre gut, wenn wir auch selbst eine Zeitung schreiben würden, wie in anderen Kompanien."
Die Soldaten unterstützten diese Idee.
Von da an wurde der Spaßvogel Markov, der Hauptunterhalter der Kompanie, Redakteur der Wandzeitung.
Bald erschien die erste Kampfausgabe an der Wand. Auf großen Papierbögen stand in roten Buchstaben: "Soldat der Roten Armee". Unter diesem Titel wurden kurze Notizen, Gedichte und Karikaturen abgedruckt.
Die Soldaten lasen die Zeitung und lachten vergnügt.
So wurde die Wandzeitung "Rotarmist" geboren. Seitdem spiegelt sich jede Übung, jedes Ereignis in der Kompanie in ihren Zeilen wider.
Soldaten der Roten Armee als Korrespondenten
Von M. Nikitin
Im "Handbuch zur Ausbildung und Erziehung der Roten Armee" heißt es:
"...Die Armee kämpft nicht nur, sondern lernt auch, erzieht. Jedem Rotarmisten und Unterführer muss während des Dienstes in der Roten Armee die Möglichkeit gegeben werden, seine Fähigkeiten zu zeigen, seine Kenntnisse und Fertigkeiten zu entwickeln. Diesem Ziel dient die Wandzeitung."
In der Division wird eine auflagenstarke Zeitung herausgegeben. Die Redaktion hat ihre Sonderkorrespondenten - Soldaten der Roten Armee und junge Kommandeure, die Notizen, Satiren und Essays schreiben. Einige berichten über die Kampfausbildung, andere über kulturelle Aktivitäten, wieder andere über das öffentliche Leben.
So beschreibt der Rotarmist T. Bondarenko, wie sich sein Kamerad bei Schießübungen auszeichnete. Und der Rotarmist B. Schurawljow entlarvt Müßiggänger, die sich vor ihren Pflichten drücken.
Jede Zeitung, jeder Artikel trägt zur Bildung bei, macht den Kämpfer bewusster und kultivierter.
(Foto - "Sekretär des Komsomol-Büros einer Einheit der Ersten Separaten Rotbannerarmee, Genosse A. M. Tschernow, während taktischer Übungen bei der Vorbereitung von Material für die Wandzeitung")
Fabriken der Lüge
Von Dm. Goldmain
Die bürgerliche Presse hat ihren Lärm und ihren Aufschrei gegen die Sowjetunion um das Hundertfache gesteigert. Jedes Wort, jeder Satz, jedes Dokument, jedes Ereignis wird verzerrt und in grotesker Form dargestellt.
Das Ziel ist klar. Die bürgerlichen Lügenfabriken sind bestrebt, das Sowjetland anzuschwärzen, zu verleumden, Misstrauen und Feindschaft zu säen.
Dafür gibt es unzählige Beispiele. Jede kleine Zeitung in Paris oder London druckt solches Material. Aber besonders eifrig sind die Giganten der bürgerlichen Presse - die englische und französische Times, Figaro, Petit Parisien.
Deutsche Zeitungen drucken monströse Erfindungen über die "bolschewistische Bedrohung", den "Export der Revolution durch die Sowjets", die "russischen Spione".
Kürzlich veröffentlichte die Zeitung Figaro, dass angeblich Tausende von Ausländern in Moskau inhaftiert seien. Petit Parisien behauptete, die UdSSR bereite angeblich einen Angriff auf Skandinavien vor. Die Times verbreitet Gerüchte über Massenunterdrückungen.
Alle diese Lügenfabriken arbeiten rund um die Uhr. Ihr Ziel ist es, die eigenen aggressiven Handlungen zu vertuschen, die Besetzung fremder Territorien zu rechtfertigen, den Krieg zu rechtfertigen.
Diskussionen, Begegnungen, Ausstellungen
Moskau. Während der Pressewoche fanden in der Hauptstadt und den umliegenden Kolchosen Dutzende von Veranstaltungen statt. Im Haus der Roten Armee wurde eine Ausstellung von Militärzeitungen eröffnet. In Klubs und Schulen fanden Hunderte von Diskussionen über die Bedeutung der Presse statt.
Die Kolchosbauern des Dorfes Lenin (Bezirk Kolomna) organisierten ein Treffen, bei dem sie die Zeitungen Prawda und Iswestija lasen und diskutierten.
In der Lenin-Bibliothek wurde eine Buchausstellung eröffnet: "Große Führer der Presse - Lenin und Stalin".
Zusammenfassung zur Frühjahrsaussaat
(Stand: 30. April 1940)
In der Tabelle ist der Prozentsatz der Erfüllung des Plans für die Frühjahrsaussaat in den einzelnen Republiken aufgeführt:
- UdSSR insgesamt - 32,2%
- RSFSR - 33,7%
- Ukrainische SSR - 30,9%
- Weißrussische SSR - 32,3%
- Transkaukasische SSR - 26,7%
- Aserbaidschanische SSR - 23,4%
- Armenische SSR - 31,1%
- Georgische SSR - 24,7%
- Kasachische SSR - 28,4%
- Zentralasiatische Republiken - 27,1%
- Kirgisische SSR - 29,8%
- Tadschikische SSR - 28,0%
- Turkmenische SSR - 24,3%
- Usbekische SSR - 26,9%
- Litauische SSR - 30,5%
- Lettische SSR - 29,7%
- Estnische SSR - 28,9%
KIM-10
Auf den Straßen Moskaus sind die neuen sowjetischen Kleinwagen KIM-10 erschienen. Ihre Produktion wurde in der Moskauer KIM-Fabrik aufgenommen. Es handelt sich um viersitzige Personenwagen mit geschlossener Karosserie, die für den Stadt- und Vorortverkehr bestimmt sind.
Was die baltische Ölproduktion behindert
Von K. Zheleznyakov
(vollständiger Artikel zum Thema Wirtschaft und Rohstoffgewinnung).
Neu im Pavillon der "Mechanisierung"
Von T. Cholodnaja
(Bericht über neue Maschinen und Geräte auf der All-Union Landwirtschaftsausstellung).
Freundschaft
Von N. Worobjow
Freundschaft ist ein großes Wort. Die Freundschaft der Völker der UdSSR ist die solide Grundlage der sozialistischen Brüderlichkeit. In den Kolchosen, Staatsbetrieben und Einheiten der Roten Armee zeigt sich die Freundschaft in allem: in der gemeinsamen Arbeit, im Studium, im täglichen Leben.
Militärische Operationen in Norwegen
Berichte der deutschen und britischen Stäbe bestätigen heftige Kämpfe in der Nähe von Narvik und Trondheim. Die deutschen Truppen halten Narvik; es finden ständig Luftangriffe statt. Britische Quellen berichten von der Landung neuer britischer und französischer Kontingente in Norwegen.
US-Handelsministerium über sowjetische Kupferkäufe
Washington. Nach Angaben des US-Handelsministeriums haben die sowjetischen Käufe von Kupfer in den USA in diesem Jahr ein beträchtliches Volumen erreicht.
Erklärung des schwedischen Premierministers
Stockholm. Der schwedische Ministerpräsident erklärt im Parlament, dass Schweden eine Politik der strikten Neutralität beibehalten wird.
Reaktionen auf Chamberlains Rede
Großer Artikel, der die britische Politik und die Reaktion der Weltpresse analysiert.
Über den Beruf der "Daily Worker"-Redakteure
Von V. Krutskoy
Last Minute Nachrichten
Moskau, 4. Mai (TASS). Aus London wird über Luftangriffe auf die norddeutsche Küste berichtet.
Helsinki, 4. Mai. Im finnischen Parlament wurden die Debatten über außenpolitische Fragen fortgesetzt.
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